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 The Disease (Vjal & Cynthia)

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Cynthia

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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   Sa Jul 03, 2010 1:18 am

Anesha schwieg nun; sie war halb von den Schatten hinter ihr verborgen. Ihre Arme waren verschränkt. Der Ausdruck auf ihrem Gesicht war ein wenig rätselhaft; mit wissender Geduld blickte sie auf Lucia hinab, doch war es Ernst oder Hochmut, der die Muskeln um ihre Augen anspannte und ihren Kiefer verhärtete? Die zurückgelehnte Abwehrhaltung signalisierte Distanz, doch war keine Abneigung in ihrem Blick.
Lucia indes war die Situation sichtlich unangenehm. Den anderen ausweichend, beobachtete sie jede Bewegung der Schankmaid, als diese ihr Essen auftrug. Erst, als diese wieder auf ihren Holzschuhen fortgeklappert war, überwand sie sich, zu sprechen.
"Ich...teile meinen Körper mit einem Dämon. Aber", ergänzte sie rasch, "er ist schon viele Jahre dort, und ich habe Kontrolle über ihn, er hätte mich niemals nach seinem Willen lenken können."
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   Sa Jul 03, 2010 1:44 am

Wenn ihn Aneshas Offenbarung schon schockiert hatte, das war ein Kaliber härter. Kaj musste erst das Chaos in seinem Kopf ordnen.
"Das wird ja immer besser! Eine Halb-Dämonin, ein Schatten und ein großer Flattermann! Bin ich als Slayer der einzig normale unter uns?"
"Zügelt eure Zunge, Zwerg!" ermahnte Kaj Vodrek. Dieser schien es nicht als nötig zu betrachten, seine Stimme zu senken und so hatten sie nun die ungeteilte Aufmerksamkeit des gesamten Gasthauses. Das konnte noch unangenehm werden. Ein allgemeines Tuscheln und Flüstern war zu vernehmen.
"Vodrek, hättet ihr freundlicherweise den Anstand, dieses Gespräch an diesem Tisch zu lassen und nicht in alle Welt hinaus zu posaunen?" zischte Kaj dem Zwerg zu.
"Ich werde auf dieser verfluchten Reise kein Auge zu tun können, nicht, wenn ich weiß, dass diese beiden anwesend sind! Was soll passieren, wenn sie sich entschließen uns gemeinsam auszuschalten?"
"Ich glaube nicht, dass es dazu kommen wird."
"Ach, und woher? Hat es euch euer Göttlein zugepflüstert?"
Kaj stand derart abrupt auf, dass sein Stuhl umkippte und die auf dem Tisch stehenden Getränke umfielen. Er baute sich zu seiner vollen Körpergröße auf, seine Muskeln spannten sich und er breitete seine Schwingen so weit aus, wie es der Raum zuließ.
"Wagt es ja nicht, Kord derart zu beleidigen!" rief er wutentbrannt. Das heilige Symbol auf seinem Brustpanzer begann, von innen heraus schwach zu leuchten.
Vodrek war von Kajs Ausbruch nur mäßig beeindruckt. In diesem Moment ertönte eine zitternde Stimme hinter ihnen.
"Ver-verlasst so-f-fort me-ein Lokal!"
Hinter Kaj stand der Wirt, eine geladene Armbrust in der Hand, die nervös zwischen den vieren hin- und herhuschte. Der Blick des Mannes verriet seine Furcht, doch gerade diese konnte ihn dazu verleiten, abzudrücken. Kaj zog eine Augenbraue hoch.
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Cynthia

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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   Sa Jul 03, 2010 1:58 am

"Ich bin keine Halbdämonin!", fauchte Lucia, "das ist etwas völlig anderes! Ich bin ein normaler Mensch, der nunmal durch einen Dämon besessen ist! Aber ich bin ein Mensch!"
Aneshas Augen flitzten hin und her. Über ihren Tisch spannte sich Misstrauen und Aggressivität, die sich in den lauten Stimmen der Männer nicht entlud, sondern noch höher auftürmte.
"Beruhigt euch endlich!", sagte der Schatten und verließ ihre zurückgelehnte Position, um sich vorzubeugen. Gleichzeitig tauchte der Wirt auf, um sie des Gasthauses zu verweisen. Anesha erhob sich mit einer schnellen, und doch fließenden Bewegung, die den Mann jedoch sofort seine Armbrust auf sie richten ließ.
"Ich entschuldige mich für dieses Verhalten, aber ich versichere Euch, dass das Gespräch hier sich nun wieder beruhigen wird. Es werden sich alle mäßigen und wir werden gesittet essen und bezahlen."
Ihr Blick war eindringlich, in ihrer Stimme lag ein drohender und fast befehlender Unterton, der nicht nur den Wirt abwimmeln sollte, sondern auch ihren Gefährten deutlich signalisierte, dass sie ihre Wut schlucken mussten. Abwartend starrte sie den Tavernenbesitzer an, das Gesicht ernst und ohne Freundlichkeit.
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   Mi Aug 11, 2010 5:26 am

Kaj legte die Flügel wieder an. Er bändigte seinen Zorn, atmete ein paarmal tief ein und aus, um sich zu beruhigen und setzte sich wieder. Von Aneshas Stimme eingeschüchtert, trollte sich der Wirt wieder hinter seinen Tresen, ohne ein weiteres Wort zu sagen. Auch die übrigen Gäste wandten sich ab, lauschten jedoch weiterhin auf jedes Wort, das am Tisch fiel. Schweigend verzehrten sie ihr Mal.
"Also, wo fangen wir an?" fragte Vodrek schließlich in die Runde, während er seine Pfeife mit einem starkem, würzig riechendem Tabak stopfte.
"Ich schätze, das Dorf und der angrenzende Wald sind unsere ersten Anlaufpunkte, von dort aus finden wir vielleicht Spuren oder etwas ähnliches, das uns weiterhelfen kann." erwiederte Kaj.
Mit der Pfeife im Mund nahm Vodrek eine seiner Streitäxte und kramte in seinem Rucksack umher. Der Anblick der kunstvoll geschmiedeten Axt ließ viele der Gäste angespannt den Atem anhalten. Die Axt hatte die Größe einer Zweihandwaffe, doch der Zwerg hantierte ohne sichtliche Anstrengung mit einer Hand mit ihr herum. Endlich hatte er in den Tiefen seines Rucksacks gefunden was er suchte und förderte einen Wetzstein zu Tage. Er befeuchtete ihn mit etwas Met aus seinem Horn und begann, die Klinge seiner Waffe zu schärfen. Das nervenaufreibende, kratzende Geräusch lenkte unweigerlich die Aufmerksamkeit des gesamten Gasthauses auf sich, und einige Gäste bezahlten schnell und verließen die Schänke mit eiligen Schritten.
"Hoffentlich finden wir etwas, gegen das es sich zu kämpfen lohnt." brummte Vodrek bei der Arbeit.
"Die Mutanten, die dort hausen sollen, haben ein ganzes Batallion kampferfahrener Soldaten niedergemetzelt. Denkt ihr, sie seien eure Axt nicht wert?" fragte Kaj ihn. Er hoffte jedoch selbst, das sie diese Mutanten finden würden. Er brannte darauf, sich mit ihnen zu messen und möglicherweise konnten sie ihnen weitere Anhaltspunkte auf ihrer Mission liefern. Oder aber den Tod...
"Jeder, der mir im Weg steht, ist meine Axt wert." brummte der Zwerg und fuhr prüfend über die Schneide seiner Axt, sodass ein Blutstropfen aus seinem Daumen quillte. Er zuckte nicht einmal mit der Wimper. Zufrieden legte er die Axt zurück und fuhr mit der anderen fort. Eine Weile herrschte Stille am Tisch. Doch Kaj brannte eine Frage auf den Lippen. Er wandte sich an Lucia, die er von allen seinen Gefährten bisher für als vertrauenswürdigsten hielt. Bisher.
"Verzeiht mir die Frage, Mylady, aber inwiefern äußert sich eure Besessenheit? Wenn ich euch mit dieser Bezeichnung nicht zu nahe trete."
"Schleimer." grunzte Vodrek.
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   Mi Aug 11, 2010 5:03 pm

Die beiden Frauen schwiegen als Zusitmmung zu Kajs Worten - wo sonst sollten sie auch ihre Suche beginnen?
Interessiert betrachtete Anesha Vodrek bei seiner Arbeit, musterte die kunstvolle Waffe. "Der Schmied, der deine Waffen herstellte, war wirklich ein Meister seiner Kunst. Allerdings übertrieben schmuckvoll und etwas unhandlich mit gleich zweien davon? Vor allem sind sie beinah so groß wie du selbst. Ich bin gespannt, diese Äxte in Aktion zu sehen", meinte sie mit leichtem Amusement in der Stimme - ob ihre spitze Zunge jemals zu sticheln aufhören konnte?
Lucia sah auf Aneshas Worte hin ebenfalls zu dem Slayer. Die Äxte waren wahrlich Werke einer erfahrenen Hand. Sie rieb sich leicht die Nase; der Geruch des Pfeifentabaks war intensiv, andererseits angenehm würzig. Während sie darüber nachdachte, welche Ingredientien wohl die Pfeife füllten, sah sie sich unauffällig im Raum um - sie schätzte die Atmosphäre in Schankhäusern; warm, gesellig, offenherzig, leicht. Doch die Aufmerksamkeit, die Nervosität, die wegen ihrer Gruppe bestand, zerstörte diese Atmosphäre, was der jungen Frau überhaupt nicht gefiel - aber was sollte man machen? Zumindest war der Met gut; der Rest, den sie hatte retten können, nachdem Kaj sämtliche Krüge auf dem Tisch durch sein ruckartiges Aufstehen umgeworfen hatte. Gerade trank sie einen Schluck, da stellte Kaj seine Frage. Sie verschluckte sich leicht, stellte das Gefäß ab und hustete kurz. Dann hob sie den Blick zu ihm. Ihre Züge waren hart, ihre Augen abweisend.
"Sie äußert sich kaum. Ich bin stärker und agiler als normale Menschen, und ich kann ihn zwingen, mir seine dämonischen Kräfte zu leihen. Weiter nichts."
Ein kleines, raues Stimmchen in ihrem Inneren begann leise zu kichern, doch sie ignorierte es und sah zur Seite. Sie hasste dieses Thema.
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   Mi Aug 11, 2010 6:08 pm

Kaj entging Lucias Unbehagen ob dieser Frage nicht und so antwortete er einfach mit einem kurzem Nicken. Vodrek wandte sich unterdessen Anesha zu.
"Jeder Zwergenschmied ist ein Meister seiner Kunst! Diese Äxte wurden von Thorulf Targinson geschmiedet, dem größtem Handwerker von Karaz Ankor, meiner Heimatstadt. Ein wenig mehr Respekt wäre angebracht, denn vor euch seht ihr Tarash´kar und Varash´kor, seine Meisterwerke. Diesen Runen, die ihr vielleicht nur als überflüssiges Gewicht an der Waffe betrachtet, verleihen diesen Äxten enorme Macht. Und auch ich kann es gar nicht abwarten, sie wieder in den Kampf zu führen!" Während er sprach, war Vodrek aufgestanden, was jedoch weniger imposant wirkte als es sollte. Er reichte mit der Brust gerade an den Tisch heran. Dennoch hielt er die Axt, die er gerade geschärft hatte, stolz ins Licht, was die Runen und Verzierungen strahlen ließ.
Kaj war unweigerlich von den Waffen fasziniert. Er selbst hätte diese Waffen wohl ebenfalls in einer Hand halten können, doch er war annähernd doppelt so groß wie der Slayer und er bezweifelte, das er sonderliches Geschick bei diesem Kampfstil würde aufweisen können.
"Sagt, wie seit ihr zu solchen Schmuckstücken gekommen? Es kann nicht billig gewesen sein, die großartigsten Schöpfungen eines Meisterschmiedes der Zwerge zu erstehen."
"Die Familie meines Vaters besitzt einiges Gewicht in der Gesellschaft von Karaz Ankor. Als ich mich entschloss, den Slayereid zu schwören, war er der Meinung, ein würdiger Tod sollte nicht ohne würdige Waffen erstrebt werden. Bis heute bin ich ihm über dieses Geschenk dankbar." Vodrek verstummte, und er sah auf die Waffe in seiner Hand herunter, in seine Gedanken und Erinnerungen vertieft.
"Nun, würdige Waffen sind es in der Tat." Kaj blickte in die Runde. "Also, ich bin bereit aufzubrechen. Was meint ihr?"
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   Mi Aug 11, 2010 6:56 pm

"Was bedeuten die Namen dieser Äxte?", fragte Lucia, während sie die Waffen erneut musterte; so konnte sie ihre Gedanken von Unangenehmem ablenken. Dann trank sie den Rest ihres Met und setzte hinzu: "Ich bin auch bereit zum Aufbruch."
"Ich ebenfalls", äußerte sich Anesha und fuhr mit den Fingern durch ihr schwarzes, dichtes Haar, um es zu ordnen, obwohl es bereits glatt und ordentlich an ihrem Körper anlag. Zu Vodrek sagte sie nichts mehr - wozu auch? Sie gab nicht allzu viel auf irgendeine Runenmagie, und auch nicht auf die Macht seiner Waffen oder seine Kampfesweise. Hauptsache, er tötete viele ihrer Gegner und erwies sich als geeigneter Reisegefährte. Mehr interessierte sie nicht wirklich.
Während sie noch sprachen, kam die Schankmaid erneut heran, um das benutzte Geschirr abzuräumen; dabei war sie merklich hektisch und warf jedem von ihnen nervöse Seitenblicke zu. Solch respekteinflößende Gäste hatten sie wohl nicht oft - und nach dem Aufruhr, der dann auch noch an ihrem Tisch entstanden war, war es nicht weiter verwunderlich, dass es dem Mädchen schauderte, sich ihnen allzu sehr zu nähern.
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   Do Aug 12, 2010 12:29 am

Vodrek war die Freude darüber, dass sich jemand für das Zwergenhandwerk interessierte, deutlich anzumerken. Der mürrische Ton, mit dem er sonst immer sprach, war verflogen und er redete in dieser kurzen Zeit mehr, als Kaj im Verlauf des Tages insgesamt von ihm gehört hatte.
"Die Namen meiner Waffen stammen aus der uralten Sprache der Zwerge. Tarash´kar bedeutet in eure Sprache übersetzt "Kuss der Glut" und Varash´kor "Umarmung der Esse". Diese Namen wurden ihnen zu Ehren ihrer Fähigkeiten gegeben."
"Verzeiht die Unterbrechung, aber seid auch ihr bereit zum Aufbruch?" unterbrach Kaj den Zwerg in seinen Ausführungen. Schon war der mürrische Tonfall wieder da.
"Natürlich, Menschling. Lasst uns aufbrechen."
Sie zahlten und verließen das Gasthaus. Kaj schmunzelte bei dem Gedanken, wie erleichtert der Wirt sein würde.
"Also dann. So beginnt es also."
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   Do Aug 12, 2010 1:06 am

"Welch elegante Namen", meinte Lucia, und keine Ironie färbte ihre Worte.
Tatsächlich war die Erleichterung im Raum zu spüren, als ihre kleine Gruppe das Wirtshaus verließ. Doch auch neugierige Blicke wurden ihnen hinterhergeworfen. Natürlich...es würde die Leute brennend interessieren, weswegen sie zusammen reisten; weswegen sie sich gestritten hatten, wer sie schickte, wohin sie aufbrachen.
Die Sonnenscheibe leuchtete noch immer hell und orange über den Bergen, auf die sie zuwanderten. Anesha zog ein dünnes, schwarzes Stoffstück aus ihrer kleinen Tasche und legte es sich wie eine Kapuze über den Kopf, wobei sie es an den Trägern ihres Kleides befestigte. Die Kopfbedeckung beschattete ihre Augen, die sie dennoch gegen die direkt hineinfallenden Sonnenstrahlen zukniff. Lucia hingegen genoss es, direkt auf die Sonne zuzugehen; obgleich sie geblendet wurde, fühlte sie mit Freude die Wärme des Lichtes auf ihrer weichen, geschundenen Haut, in ihrem Gesicht; die Wärme, die sich auf ihre Kleidung legte und durch ihr Haar floss, das sanft auf ihre Schultern fiel und ihr Gesicht einrahmte. Die Lider hielt sie halb geschlossen, ihre Iris war von einem hellen Blauton, der an das Meer erinnerte.
Der Weg zwischen den Häusern hindurch verlief von hier aus gerade; bald hatten sie das Stadttor erreicht, und ein gutes Stück vor ihnen erstreckte sich der Wald, den Kaj zuvor erwähnt hatte. Auch die Häuser an dessen Rand waren in der Ferne zu sehen - es war nur ein kleines Dorf, doch vielleicht verhalf ihnen gerade das zu Informationen, denn wo sonst würden sich beunruhigende Nachrichten der Art, wie sie sie suchten, schneller verbreiten als in einem solchen Nest? Andererseits war das, was man ihnen dort vielleicht mitteilte, wohl nicht unbedingt allzu vertrauenswürdig...doch bei dem Tempo, das die selbsternannten Krieger anschlugen, würden sie ohnehin nicht mehr allzu lange brauchen, bis sie die Berge erreicht hatten und endlich alles mit ihren eigenen Augen sehen konnten.
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   Fr Aug 13, 2010 12:58 am

Kaj genoss die Wanderung. Das Licht der Sonnenstrahlen, die ihnen entgegenschienen, ließen seine Rüstung strahlen. Noch immer durch den Segen Kords geschützt, machte ihm die Wärme auch in seiner Rüstung nichts aus. Er hatte sogar seinen Helm aufgesetzt, damit die Sonne ihn nicht blendete. Er schaute in die Runde, und sein Blick blieb an Lucia hängen. Sie war in goldenes Sonnenlicht gehüllt, ihre Augen waren halb geschlossen. Es war ein herrlicher Anblick. Schließlich wandte er sich wieder zu den Bergen um. Imposant ragten sie in nicht allzu weiter Ferne vor ihnen auf. Doch zuerst würden sie dieses Dorf erreichen.
Kurze Zeit später waren sie am ersten Etapenziel angekommen. Sie passierten ein altes, vom Wetter gezeichnetes Holzschild, auf dem der Name des Weilers, Tarrensruh, geschrieben stand. Das Dorf war nicht sonderlich groß, ein paar Scheunen und Kornspeicher, einige Wohnhäuser aus Holz und Lehm und ein kleiner, gepflasterter Marktplatz, eine Insel zwischen den Getreidefeldern. Zu dieser Tageszeit herrschte noch Betrieb auf den Straßen, Männer und Frauen schländerten über den Marktplatz, auf dem einige Händler an hölzernen Ständen oder auf Wolldecken ihre Waren feil boten. Wie erwartet zog die Gruppe sämtliche Aufmerksamkeit auf sich, und alle Leute gafften sie an. Kaj wandte sich an seine Begleiter.
"Ich denke ein Gasthaus ist der beste Ort, um an Informationen zu gelangen."
"In der Tat. Doch meiner Meinung nach sollten wir nicht alle zusammen in die örtliche Schänke platzen. Es reicht wenn einer oder zwei von uns das übernehmen." sagte Vodrek.
"Gut. Wer begleitet mich?"
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   Fr Aug 13, 2010 1:19 am

"Das überlasse ich euch. Ich habe kein Interesse, mir allzu viel Kontakt mit menschlichen Wesen anzutun", meinte Anesha mit einem abschätzigen Blick auf die unverhohlen Glotzenden.
"Warum hast du dich uns dann angeschlossen?", brummte Lucia, wandte sich dann jedoch von der anderen Frau ab. "Ich kann mitkommen."
Mit diesen Worten machte sie sich auch schon auf den Weg in die Richtung, in der die Schenke lag - das heißt, wenn ihre Erinnerung sie nicht täuschte. Tatsächlich tat jene ebendies, denn Lucia nahm ungewollt einen kleinen Umweg...sie war lange nicht mehr an diesem Ort gewesen.
Anesha, ihre Kapuze noch immer tief in die Stirn gezogen, begab sich indessen in scheinbar mehr gleitender als gehender Art in den kühlen Schatten eines nahen Hauses; warum in der Sonne stehen, wenn sie ihre Augen in der angenehmen Düsternis unter dem Dach entspannen konnte? Erleichtert schob sie die Kapuze von ihrem Kopf, sodass diese in ihrem Nacken lag.
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   Do Aug 19, 2010 8:31 pm

Das Gasthaus war klein, nicht nur im Gegensatz zu dem, in dem sie in der Stadt waren. Als Lucia und Kaj, der einige Schwierigkeiten hatte, seine Masse und seine Flügel durch die Tür zu zwängen, eintraten, sahen sie einen kleinen Raum mit nur einer Handvoll Tischen und einem Tresen an der gegenüberliegenden Wand. Hinter diesem Tresen stand der archetypische Wirt, ein beleibter, kahlköpfiger Mann, der gerade ein Glas putzte. Er stutzte, als er das ungleiche Paar erblickte, fasste sich jedoch schnell wieder.
"Guten Tag, werte Dame, werter Herr. Willkommen im Silbernen Adler. Was kann ich ihnen Gutes tun?"
"Einen Krug Met, bitte." sagte Kaj, als er durch den Raum auf den Wirt zu schritt. "Und einige Auskünfte." Mit diesen Worten ließ Kaj eine Silbermünze auf den Tresen fallen.
"Natürlich, werter Herr",sagte der Wirt, jetzt mit einem noch breiterem Grinsen auf dem Gesicht, als er die Münze in seiner Schürze verschwinden ließ, "was darfs sein?"
"Sie hören hier doch sicher eine Menge über diese Krankheit, die aus den Bergen kam?"
Sofort änderte sich der Gesichtsausdruck des Mannes. Er blickte ernst und betrübt drein.
"Ja... ja... wer hat das nicht? Traurige Sache, für die armen Angehörigen dieser Menschen aus Valgrund... das ist das Dorf, das zerstört wurde. Da hört man erst tagelang nichts mehr von ihnen und dann nur noch, dass sie alle tot sind. Oder was auch immer mit ihnen passiert ist, schließlich berichteten die überlebenden Soldaten ja von Mutanten, denen noch die Fetzen bäuerlicher Kleidung von den Körpern hing."
"Was meint ihr hat diese Menschen verwandelt?"
"Das wird wohl diese Krankheit sein, von der alle sprechen. Aber woher sie kommt, das weiß niemand. Aber, ich habe da etwas augeschnappt, als die überlebenden Soldaten hier durchkamen," er beugte sich zu Kaj und senkte die Stimme, "Diese Kreaturen schienen von Irgendwem befehligt worden zu sein. Eine Gestalt, groß wie ein Oger, in eine schwarze Robe gekleidet, das Gesicht von einer Kapuze verhüllt. Etwas ist da draußen in den Bergen. Etwas, was die Menschen hasst." Er warf einen Blick auf Kajs Rüstung und sein Schwert. "Sagt, wollt ihr euch mit diesen Kreaturen anlegen? Ihr seht ganz danach aus."
"In der Tat, es ist unsere Absicht, herauszufinden, was diese Menschen verwandelt. Und wir werden es herausfinden. Habt Dank für eure Auskünfte, sie werden uns sicher helfen."
Kaj wandte sich um und verließ die Schänke. Draußen wandte er sich an Lucia.
"Nichts was wir nicht schob wüssten. Ich denke vor den Bergen werden wir nichts Neues hören."

Vodrek sah Lucia und Kaj nach. Er fand es gut, dass die beiden das Befragen der Leute übernahmen. Er war kein Freund von Plaudereien, vor allem nicht mit wildfremden Leuten. Schließlich waren Wirte dazu da, ihm Met auszuschenken und nicht um sich mit ihm zu unterhalten. Während Anesha fortschwebte, setzte er sich auf den Rand des Brunnens in der Mitte des Marktplatzes und genoss die Sonne auf seiner vernarbten Haut, während er über das bevorstehende Abenteuer nachdachte. Hätte er wählen können, wäre er mit einer anderen Gruppe unterwegs. Diese Anesha gefiel ihm gar nicht, Kaj war viel zu empfindlich, wenn es um seinen Gott ging und Lucia konnte man auch nicht wirklich über den Weg trauen. Wenn sie meinte, der Dämon in ihr würde ihr im Kampf Stärke und Agilität verleihen, so hieß das, das er die Kontrolle über sie übernahm. Vodrek hatte schon einmal mit einem Besessenen zu tun gehabt, und den hatte er schließlich töten müssen. Er konnte den Kampf mit den Ungeheuern der Berge gar nicht abwarten. Fürst Sades hatte gesagt, der Soldat, der den Kampf überlebt hatte, hatte ihm von einer Gestalt im Hintergrund erzählt, die die Mutanten zu steuern schien. Hoffentlich war das ein Gegner, der ihm ein würdiges Verhängnis bereiten konnte...
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   Do Aug 19, 2010 9:49 pm

"Das vermute ich auch", stimmte Lucia zu und starrte stumpfsinnig zum Marktplatz hinüber, wo Vodrek zwischen all den Menschen trotz seiner geringen Größe auffallend hervorstach. Anesha entdeckte sie erst auf den zweiten Blick, als diese sich kurz bewegte. Ihr blasses Gesicht leuchtete geradezu zwischen ihren pechschwarzen Haaren und dem ebenso schwarzem Stoff ihrer heruntergezogenen Kapuze hervor. Als sie bemerkte, dass Kaj und Lucia zurückkehrten, glitt sie wieder zu dem am Brunnen stehendem Vodrek hinüber, wo die Gruppe wieder zusammenstieß.
"Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten zur Weiterreise", meinte Lucia und rückte die Armbrust auf ihrem Rücken zurecht, wodurch diese leise klimperte und klapperte. "Entweder, wir gehen durch den Wald, der nach einer Weile etwas lichter wird, weil er durch einen Fluss gespalten wird, wo wir dann im Freien nächtigen könnten...oder wir machen einen Umweg am Waldrand entlang, reisen etwas länger in die Nacht hinein und übernachten in einem Dorf."
"Wir sollten den direkteren, kürzeren Weg nehmen, alles andere ist Zeitverschwendung", meinte Anesha sofort. Warum noch mehr Aufsehen erregen?
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   Do Sep 09, 2010 5:23 pm

"Der Waldrand kostet uns Zeit und die bin ich nicht bereit aufzuwenden." meinte Vodrek mürrisch.
"Ich denke ebenfalls, der Wald ist die bessere Reisemöglichkeit. Brechen wir also auf?"
Da niemand Einwände hatte, machten sie sich auf den Weg in Richtung Wald. Das Wetter hatte sich nicht geändert und die Sonne schien wärmend auf die kleine Gruppe hinab. Der Wald, ein dunkler Kontrast zu den goldenen Feldern, war noch ein Stück weit entfernt. Doch diese Idylle konnte Kaj nicht dauerhaft ablenken, denn ihm brannte schon seit einer Weile eine Frage auf den Lippen. Doch er wusste, das Lucia das Thema nicht gefiel. Aber er musste es einfach wissen.
"Sagt einmal, Lucia, wie ist es überhaupt zu eurem... Mitbewohner gekommen?" fragte er zaghaft.
"Dasselbe würde ich auch gerne von euch wissen, Anesha!" sagte Vodrek, weniger zaghaft.
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   Do Sep 09, 2010 5:34 pm

Der Blick, der daraufhin Lucias Gesicht verzerrte, war mehr als eindeutig - Anesha hingegen blieb ungerührt.
"Warum sollten wir euch unsere Schicksale erzählen? Was geht es euch an? Nur weil wir zusammen reisen und kämpfen, müssen wir nicht alles voneinander wissen."
Gerade Lucia war es, die dem Schatten widersprach. "Es ist besser für die Gruppe. Wir können nicht zusammenhalten, wenn wir uns kein Vertrauen schenken", sagte sie leise und mit Missmut in der Stimme. "Und diese Bedrohung, auf die wir zugehen, wird uns noch lange beschäftigen können, das dürftest du noch eher spüren als ich..."
Anesha starrte die Frau mit hochgezogener Augenbraue an. Schließlich sah sie wieder nach vorn und zuckte die Achseln. "Wie du meinst. Wenn du so gern deine Lebensgeschichte loswerden willst."
"Das will ich mit Sicherheit nicht", fauchte Lucia ungehalten, "und ihr zwei ach so ehrbaren Krieger könnt übrigens ebenfalls gern mal etwas über euch erzählen. Ihr fragt uns aus wie Gefangene!"
Anesha entfuhr ein Kichern. "Nicht so giftig, meine Liebe."
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   So Okt 10, 2010 5:30 pm

"Nun, wenn es euer Wunsch ist, werde ich euch meine Geschichte erzählen. Doch ich bezweifle, das sie so spannend sein wird wie die euren." ,sagte Kaj. "Ich wuchs in Njarhall auf, einem Dorf hoch im Norden. Mein Vater war der Dorfpriester, er diente Kord. Ich lernte alles über Kords Lehren und wurde nach diesen erzogen und ausgebildet. Dazu gehörte auch der unbewaffnete und der bewaffnete Kampf. Eines Nachts, die Nacht vor meinem 16. Geburtstag, erschien mir Kord im Traum. Er sagte, ich sei auserwählt einer seiner Streiter zu werden, in die Welt zu ziehen und seinen Ruhm zu mehren. Als ich aufwachte, wusste ich, Kord hatte mir Kräfte verliehen, mit denen ich den mir gestellten Aufgaben gewachsen sein würde. Also zog ich aus, dieser Aufgabe nachzukommen. Ich schloss mich Gruppen von Abenteurern an, um mein Können und meine Kräfte zu mehren sowie im Namen Kords Ruhm zu erlangen. Mit der Zeit wurde ich immer stärker und Kord schenkte mir mehr und mehr außergewöhnliche Fähigkeiten, als Zeichen dafür, das er zufrieden mit mir war." Zu Bekräftigung seiner Worte breitete Kaj seine Flügel etwas aus. "Jüngst hörte ich von den Vorfällen hier und da ich mich vor kurzem von meinen Kameraden trennte, entschloss ich mich dazu, hier mein Können zum Wohle der Menschen einzusetzten. Das ist meine Geschichte."
"Nett." ,war Vodreks einziger Kommentar dazu. Kaj wartete, das Vodrek nun etwas über sich erzählen würde. Doch der Slayer schwieg.
"Ich denke ihr seid nun an der Reihe, Vodrek."
"Bitte? Was geht euch meine Geschichte an?"
"Ihr wollt doch sicher ebenfalls mehr über unsere Begleiterin erfahren. Und ich bin mir sicher, sie werden erst dann etwas erzählen, wenn ihr uns nicht auch über eure Vergangenheit aufklärt."
Der Zwerg sah Kaj trotzig an. "Ich komme aus Karaz Ankor. Ich schwor den Slayereid, und nun suche ich den Tod. Mehr müsst ihr nicht über mich wissen."
Kaj bezweifelte, dass Anesha und Lucia mit dieser Antwort zufrieden sein würden.
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   Mi Okt 13, 2010 5:28 pm

"Nun, den Rest kann man sich auch denken", stellte Anesha trocken fest. "So wie Kaj der typische fremdgesteuerte, schnöde Glaubenskrieger ist, ist Vodrek wohl ein typischer Zwerg. Aufgewachsen in irgendeiner Ecke ihres dekadenten Reiches. Erzogen, das Leben mit der Suche nach Gold zu verschwenden. Das halbe Leben nichts anderes getan, als in stinkenden Löchern nach Erzen zu suchen. Und dann irgendwann irgendeine banale Pflicht nicht erfüllt. Oder hast du dir eingebildet, du seist beleidigt worden, weil dich jemand schief ansah? Konntest du dich nicht rächen? Armer kleiner Vodrek. Und ganz Zwerg, der er ist, musste er daraufhin den Slayereid schwören. Und hat sich seitdem nicht an mächtige Gegner gewagt, die fähig wären, ihm endlich seinen sturen Schädel zu spalten."
Herablassend war ein Winkel ihres kirschroten Mundes zu einem halben Lächeln angehoben. "Und deswegen bildet er sich ein, Respekt zu verdienen. So wie Kaj meint, ehrenhaft zu sein, weil er eine schwächliche Hülle ist, die mit der Macht seines Gottes ein federgeschmücktes Instrument wurde."
Ihr Lachen klang dissonant, doch das unterstrich nur den hässlichen Spott in ihrer Stimme, der den Hohn in ihren Worten noch tausendfach verstärkte.
Gegen ihren Willen wollten auch Lucias Muskeln ein kleines Grinsen bilden, dass sie nur halbherzig zurückhielt. "Du hast sicher kein Unrecht, was diese edlen Krieger betrifft..." Sie wandte den Kopf ab. Was dachte sie nur? Es konnte doch nicht menschlich sein...so zu denken? Sie wollte nicht unmenschlich sein. Doch was der Schatten sprach, klang so wahr...
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   Fr Okt 15, 2010 6:05 am

Langsam wandte sich Kaj Anesha zu und setzte dabei seinen Helm auf. Das Licht der untergehenden Sonne spiegelte sich auf seiner Rüstung. Seine Hand wanderte zum Schwert, das über seinem Rücken hing. Ruhig zog er die Klinge aus der Halterung. Er flüsterte ein kaum hörbares Gebet und seine Muskeln schwollen noch weiter an, als sein Gott die Bitte erhörte und ihm Stärke schenkte. Seine Schwingen entfalteten sich, seine Gestalt strafte sich. Kaj packte den Zweihänder mit beiden Händen und richtete die Klinge auf Anesha.
"Ihr werdet euch umgehend für diese Beleidigungen entschuldigen." sagte er mit ruhiger Stimme.
Vodrek hatte sich nicht so unter Kontrolle. Er rieß seine Äxte vom Rucksack und ließ diesen zu Boden gleiten, den Kopf hochrot vor Wut. Auf seiner Stirn trat eine Ader hervor.
"Ihr wagt es, derart über meine Ehre und mein Volk zu sprechen? Ihr, die ihr eure Seele für das Versprechen von Macht verkauft habt? Wo ist eure Ehre?"
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   Sa Okt 16, 2010 5:38 pm

Anesha musterte die beiden Krieger, und ein schallendes Lachen brach aus ihren Lungen hervor. Ihre schmale Hand verdeckte halb den blutfarbenen Spalt, aus dem der hässliche Klang herausschrillte.
"Versucht doch, mich zu töten, ihr armen Narren", brachte sie schließlich heraus, "beißt euch ruhig die Zähne aus." Keinen Millimeter war sie zurückgewichen, und es schien auch nicht so, als ob sie es noch würde. Mit der selben Arroganz wie zuvor, nicht im geringsten verunsichert, grinste sie den beiden ins Gesicht. Lucia musterte ihre ungleichen Gefährten und trat unauffällig einige Schritte zurück. Sie würde sich nicht einmischen; sie sympathisierte mit keinem von ihnen stark genug, um sich auf eine der Seiten zu stellen. Außerdem war es eine Sache zwischen Anesha und den beiden Kriegern; sie würde letztere ohnehin nicht aufhalten können.
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   So Okt 17, 2010 11:33 pm

Aneshas Reaktion überraschte Kaj nicht. Er hatte sich schon gedacht, dass sie ihn und Vodrek für keine Bedrohung hielt. Er hatte zwar schon früher gegen Untote und schattenartige Wesen gekämpft, doch sein Gefühl sagte ihm, das Anesha anders war als alles, wogegen er bisher gekämpft hatte. Es war wohl das Beste, seinen Ärger zu schlucken und abzuwarten. Wenn er mehr über sie erfuhr...
Kaj schob sein Schwert wieder in die Halterung und legte Vodrek die Hand auf die Schulter.
"Ruhig, Vodrek. Sie ist deinen Ärger nicht wert."
"Ach nein? Ich habe so das Gefühl, sie schreit nach meiner Axt!"
"Und seit wann hörst du auf ihre Bitten?" Mit gesenktem Tonfall, sodass nur Vodrek ihn hörte, raunte er: "Es wird sich noch eine Gelegenheit zur Rache bieten."
"Nun gut..."
Auch Vodrek verstaute seine Waffen und maschierte wortlos weiter Richung Wald. Kaj warf noch einen Blick auf Lucia. Er fragte sich, wie sie über das Geschehene dachte. Eine besondere Symphatie schien sie für keinen von ihnen zu hegen. Er wandte sich um und ging Vodrek hinterher.
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   So Okt 17, 2010 11:56 pm

Die weißen, unnatürlich spitzen Zähne des Schatten leuchteten im Licht der Nachmittagssonne.
"Oh, wie charaktervoll. Der große, ehrenhafte Krieger verhindert den Kampf. Und der folgsame Slayer gehorcht einem Menschen."
Obwohl ihr Mund noch immer zu einem Grinsen verzogen war, konnte man bei näherer Betrachtung erkennen, dass sich dieses Grinsen nicht bis zu den Augen fortsetzte. Kein Spott blitzte darin, sie wirkten fast matt. Teilnahmslosigkeit, Langeweile...sie schien nicht mehr sonderlich daran interessiert zu sein, hatte das Gespräch doch auch keinen Sinn mehr, schließlich würde nun niemand mehr etwas von sich preisgeben - zumindest nicht jetzt, nicht an diesem Tag.
Lucia sah weg; was sollte all die Provokation nur? Wozu tat Anesha das? Sie fragte sich, ob diese Gruppe je etwas erreichen würde; wie lange sie überhaupt noch zusammen reisen würden. Doch vielleicht würden die gemeinsamen Kämpfe, das Ringen um Leben und Tod Seite an Seite sie aneinanderbinden, waren sie erst einmal weit in des Feindes Gebiet vorgedrungen?
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   Mo Okt 18, 2010 2:13 am

Während des weiteren Marsches sprachen weder Kaj noch Vodrek ein Wort. So wanderten sie stumm auf den Wald zu, dessen Silhouette sich in der Abendsonne drohend vor ihnen erhob. Ohne zu zögern schritten die beiden Krieger in das Zwielicht des Blätterdachs, das das ohnehin schon spärliche Licht kaum durchließ. Schnell wurde es dunkler, das Licht des Mondes, der am wolkenlosen Himmel stand, erleuchtete den Weg nur hin und wieder. Als die Gruppe durch einige Bäume hindurch eine kleine Lichtung, nicht weit vom Weg entfernt sah, sagte Kaj:
"Ich denke dies ist der beste Platz, um zu ruhen. Wer weiß wann sich uns wieder eine Gelegenheit bietet. Was meint ihr?"
Vodrek trat auf die Lichtung und sah sich um. Er schnupperte in der Luft, doch er roch nichts Ungewöhnliches. Dann ließ er seinen Rucksack zu Boden fallen, sammelte einige dünne Zweige und Äste zusammen und begann, ein Feuer zu entfachen. Kaj sah im dabei zu, während auch er seine Ausrüstung ablegte.
"Das heißt dann wohl ja." murmelte er.
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   Mo Okt 18, 2010 2:33 am

"Manchmal fragt man sich, wie Zwerge ihr großes, freches Mundwerk dann doch zuweilen trotzig halten können", kommentierte Anesha Vodreks Verhalten. Sie glitt über den Waldboden wie ein Raubvogel über einem Feld, die Bewegungen halb unsichtbar im Zwielicht; es war unübersehbar, dass sie sich in ihrem Element befand.
Lucia, ebenfalls still wie meist, strich am Rande der Lichtung entlang; der leise Klang gluckernden Wassers hatte ihre Aufmerksamkeit geweckt. Ein winziges Rinnsal, gerade groß genug, um einen Becher darin zu versenken und zu füllen, bahnte sich seinen Weg durch das Unterholz. Sie holte ihr Trinkgefäß hervor, leerte es aus, wusch es kurz und füllte es dann neu; zwischendurch trank sie ein paar Schlucke. Dann kehrte sie zu den anderen zurück.
"Dort vorn ist Wasser", teilte sie den anderen mit, obwohl sie vermutete, dass diese längst gesehen hatten, was sie getan hatte. Ihr Blick blieb gesenkt und huschte über die Erde. Anesha hatte sich auf einen niedrigen, einzeln stehenden Baum recht nah an der Feuerstelle niedergelassen; an den Stamm gelehnt, die Beine auf dem Ast ausgestreckt und übereinandergeschlagen, beobachtete sie, wie die Menschenfrau ihren Rucksack ablegte und eine kleine Armbrust daraus hervorzug. Ohne sich noch einmal umzusehen, verschwand sie im angrenzenden Wald; noch eine ganze Weile spürte sie, dass ihr Aneshas Blick folgte, die instinktiv all das spürte, was sich durch die Dunkelheit schlich, als ob der Windhauch jeder Bewegung sie erreichte.
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   Mo Okt 18, 2010 3:02 am

Kaj sah Lucia nach, als sie mit ihrer Armbrust bewaffnet im Dunkel der Bäume ringsherum verschwand. Er legte seine Rüstung ab, was einige Zeit in Anspruch nahm. Dann setzte er sich zu Vodrek, der beim Feuer saß und gedankenverloren in die Flammen starrte. Geistesabwesend nahm der Zwerg eine Axt sowie seinen Wetzstein zur Hand und begann, die Klinge zu schärfen. Auch Kaj sah in die Flammen und dachte nach. Über die nahe Zukunft, ihre Mission, was passieren könnte und was nicht passieren durfte. Er schloss die Augen und betete zu Kord, auf das ihr Zwist bald enden würde und sie sich mit voller Hingabe der ihnen gegebenen Aufgabe widmen konnten. Er konnte doch nicht kämpfen, wenn er dauernd auf Anesha achten musste.
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BeitragThema: Re: The Disease (Vjal & Cynthia)   Mo Okt 18, 2010 3:15 am

Diese sah ebenfalls zum Feuer herab; nach einer Weile begann ein leises Summen ihrer Kehle zu entspringen, erstaunlich melodisch und wohlklingend - dass das höhnische Lachen oder die bissigen Worte von zuvor aus den selben Lungen stammen sollten, schien beinah skurril. Doch war es leise, kaum hörbar; es war zweifelhaft, ob es überhaupt bis an die Feuerstelle unter ihr dringen würde.
Lucia drang indes weiter in den Wald hinein. Die Augen weit aufgerissen, suchte sie nach ihrer Beute, die Ohren gespitzt und tief durch die Nase atmend, um auch ja jeden Geruch wahrzunehmen, der dem Gehölz entstieg. Rasch und doch leise bewegte sie sich durch die Finsternis, geschmeidig wie ein Reh, doch jeden Muskel zum Zwecke der Jagd angespannt. Ein Rascheln erklang vor ihr; noch tiefer beugte sie sich der Erde entgegen, um keine Schatten zu werfen, und fester legten sich ihre Finger um die im Anschlag gehaltene Armbrust.
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